Winterhimmel

Samstag, 23. Dezember 2017

Weihnachtsgruß 2017




















Irgendwie habe ich es mal wieder geschafft, das ganze Jahr so gut wie nix zu posten und kurz vor Weihnachten überkommt mich dann doch das Bedürfnis, mich mal wieder zu melden.

Nein, ich werde mich diesmal nicht entschuldigen und erklären, warum und weshalb, was dazu geführt hat und wieso nicht … auch nicht, dass ich ab sofort, in Zukunft und ganz bestimmt werde. Das habe ich alles mindestens einmal zu oft getan und nicht eingehalten. 🤪

Deshalb nun einfach ein Gruß zu Weihnachten!

Wir haben wieder mal ein aufregendes Jahr hinter uns. Um es mit kurzen Worten zu sagen:

1 Student, Silberhochzeit, Zypern, Connect Gruppen, Sisterhood Mornings, 3. Abitur, 4. Mittlere Reife, Wohnwagentransfer, Thassos, 3. Abi-Ball, 4. Mittlere Reife Abschlussfeier, Ehrenamt Overflow, Geburtstage, Familienbesuche hier und dort, Freundesbesuche hier und dort, neue Aufgaben angenommen, alte Aufgaben abgegeben, Griechenland, Campingplatz, Hochzeit, 2 Studenten, 1 FSJ’ler, Leiterschaftskonferenzen, A21 WalkForFreedom, Sisterhood Nights, Familie und immer Gemeinde: Gott lieben – Menschen lieben!

Sah Euer Jahr ungefähr genauso aus? Das kann ich mir vorstellen, leben wir halt nun mal in dieser umtriebigen Zeit.

Vielleicht mag ich deshalb die Adventszeit und Weihnachten so sehr, weil es da einfach „legitim“ ist, langsamer zu machen und zur Ruhe zu kommen. Jetzt, da die Jungs größer werden, ist auch das vorweihnachtliche Prozedere einfacher geworden. Die hektische Suche nach Überraschungsgeschenken fällt weg, da sie doch in der Zwischenzeit meistens sehr genau wissen, was sie wollen oder sich einfach Bares wünschen, frei nach Andreas Müller: „Lares bacht!“ *1 🤭 Natürlich gibt es dazu immer auch was „kleines Feines“ zum Auspacken. 🎁 Soll ja keine Tränen am Weihnachtsabend geben. Hatten wir auch schon, als unser Jüngster tatsächlich in einem Jahr von verschiedenen Gebern wie Eltern, Omas, Paten etc. insgesamt vier Bücher geschenkt bekommen hat. Und das ihm, der Geschenke-Typ, der es von jeher liebte, ab dem Heiligen Abend aus vielen, vielen bunten Kleinstteilen bestehende Gaben akkurat möglichst tagelang aufzubauen. Aber wir haben seine Wünsche bedacht dieses Jahr!

Weihnachten liegt nun also direkt vor uns, das Neue Jahr steht auch schon in den Startlöchern … da stellt sich mir und meinem Besten doch erneut die Frage, wie es wohl sein wird, dieses neue Jahr? Was verbirgt sich hinter den Monaten Januar bis Dezember, den 365 vor uns liegenden Tagen?

Ich vermute so oder so ähnlich:

Prüfungen Studium, Sisterhood Mornings, Hochzeitstag, Connect Gruppen, Wintercamp, WG’s suchen/finden, Ausziehen, Woche Auszeit, Thassos, Geburtstage, Grillpartys, Familienbesuche hier und dort, Freundesbesuche hier und dort, alte Aufgaben fortführen, Flügel wachsen lassen und loslassen, USA, Sommercamp, Campingplatz, Griechenland, 3 Studenten, kein FSJ’ler, Leiterschaftskonferenzen, A21 WalkForFreedom, Sisterhood Nights, Familie und immer Gemeinde: Gott lieben – Menschen lieben!

Selbstverständlich steht hinter so mancher Erwartung ein Fragezeichen, denn wann verläuft so ein Jahr denn schon mal so, wie man es erwartet? Und doch – behaupte ich zumindest für uns als Familie mal – können wir jedes Jahr dankbar zurückblicken auf Jahre voller Freude, Lieben, Lachen, Bewahrung, Durchgetragensein, Ermutigung und niemals alleine sein, wie dunkel manche Täler auch zu sein schienen.

Aber jetzt freuen wir uns erstmal auf das vor uns liegende Weihnachtsfest! Die Adventszeit haben wir wieder gewohnt enthaltsam – was den Fernsehkonsum angeht – erlebt, inklusive abendlicher Zusammenkünfte. Wir haben wieder viel gespielt, gerangelt, gelacht, Haushalts-Gummi-Wettschießen und Weihnachtsgeschichtenschreiben veranstaltet. Apropos, das war eine richtig lustige Idee, die wir aus einem „aktiven Adventskalender“ entnommen haben. Reihum schrieben die Jungs jeden Tag eine Seite der fortlaufenden Geschichte in ein DINA4 großes Schreibheft. Echt erstaunlich, was dabei an Kreativität und Spaß am Schreiben sichtbar wurde. Wer hätte das gedacht, da haben sie doch wohl auch von mir etwas „geerbt“. 😍

Bin gespannt, wie sie die Geschichte zu einem guten Ende bringen am Heiligen Abend. Und mit ein paar „Zensuren“ – typisch Jungs halt mussten wir sie manchmal etwas ausbremsen, wenn die „unterirdischen“ Ideen überhandnahmen – liest sich die Geschichte eigentlich ganz lustig. Mal schauen, was daraus noch wird. 😊

Und mit diesem dankbarem Herzen im Hinblick auf das vergangene Jahr und der frohen Erwartung, dass auch das Neue Jahr ein ebensolches wunderbares und gesegnetes sein wird, wünsche ich Euch allen da „draußen“ auch ein gesegnetes und frohes Weihnachtsfest. Ich wünsche Euch, dass Ihr – wie wir – dankbar auf das Kind in der Krippe schauen könnt, weil Ihr wisst, dass das größte Wunder geschah, als dieses Gotteskind am Kreuz von Golgatha jeden einzelnen von uns vor Augen hatte und Sein Leben hingab und uns damit Erlösung und ewiges Leben mit Ihm möglich machte.

Ich wünsche Euch ein wunderschönes Fest mit Lachen, Liebe, Familie, Freunden und Begeisterung darüber, zusammen zu sein, wo auch immer Ihr Weihnachten feiert und erlebt! Und dass Ihr immer wisst, wie sehr Ihr geliebt seid und aus dieser Liebe heraus auch Euer Herz anfängt: Gott zu lieben – Menschen zu lieben!

Ich hab Euch lieb und Jesus auch!
Eure Mommy

PS: Das Video ist ein "weihnachtlicher" Clip zum Thema: Gott lieben - Menschen lieben! 







*1: Frei nach SWR3 Tuten Gag mit Andreas Müller und Kemal Goga: https://www.youtube.com/watch?v=FL6-02uQ8H4

Mittwoch, 11. Januar 2017

Verständigungsschwierigkeiten

Wow, Weihnachten schon wieder vorbei, Neues Jahr gerade angefangen und schon hat man wieder das Gefühl, das alte Jahr liegt soooo ewig weit zurück. Schon ein wenig komisch ... finde ich. 🤪

Als ich so meine Posts und Entwürfe durchsah, musste ich wieder an eine kleine Begebenheit zurückdenken, die sich ereignet hatte, als unser Jüngster noch in der Grundschule war. Hihihiii ... das hört sich jetzt wirklich so an, als ob das schon so ewig her wäre, ist es in dem Fall aber nicht, weil er sich gerade im zweiten Schuljahr der weiterführenden Schulart befindet.

Aber als die "Geschichte" sich sich im letzten Grundschuljahr zutrug, musste ich so schmunzeln und dachte schon damals, das wäre mal ein Thema für einen Post.

Diejenigen unter Euch, die Kinder haben, kennen das: Man ist als Mutter ab dem Kindergarten sehr gefordert! Irgendwie ist man ständig am Kuchen backen, verkaufen, Fest mitgestalten oder Kinder bzw. Klassen bei Ausflügen begleiten. Wenn ich ehrlich bin ... diese Forderungen aus der Kindergarten- und Grundschul-Zeit vermisse ich so überhaupt nicht. Auch wenn sie immer wieder mal für Erheiterung sorgten.

So war ich also als Mutter mal wieder gefordert, weil mein Jüngster sich sehnlichst wünschte, dass ich auch mal mit ihm und seiner Klasse an einem Ausflug teilnehmen sollte. Ja, dazu zu sagen, fiel mir gar nicht leicht. Zu sehr hatte ich noch den vorherigen Ausflug unseres Vierten in Erinnerung:

Eine Fahrt mit dem Bus, dann eine "kleine" Wanderung durch den Wald bis zum Zielort, einem alten Bauernhof, auf dem bis vor einigen Jahren noch eine alte Frau lebte wie vor hundert Jahren, ohne Strom und fließendes Wasser. Heute ein Museum, kann man diesen Bauernhof eigentlich sehr angenehm mit dem Bus direkt erreichen. Aber der damalige Klassenlehrer fand es angebrachter, die damals vor Energie nur so strotzenden Viertklässer auszupowern, damit sie dann etwas ruhiger den Museumsrundgang hinter sich brächten. Dabei hatte er leider nicht die eine - nicht mehr ganz so junge und vor allem nicht gerade konditionsstarke - Mutter im Blick, die sich hechelnd durch den Wald quälte.

Gut, runterwärts ging es noch ganz flockig, wobei ich schon das eine oder andere Mal dachte, mich zu erinnern, der Bauernhof würde doch eher oben am Berg liegen und mir die Marschrichtung immer weiter nach unten in ein Tal doch langsam merkwürdig vorkam. Ob er einen anderen Bauernhof meinte??? Leider nein! Nach dem Überspringen eines kleinen Bachlaufes ging es dann zielstrebig und SEHR steil geradeaus nach oben! Und das nicht nur ein paar Meter, sondern gut und gern ... hm, ich schätze mal ... so ca. 100 Höhenmeter. Ich bildete das Schlusslicht und der Abstand zur Gruppe wurde immer größer, bis mir mein Vierter eifrig einen dicken Ast brachte, auf den ich mich fortan stützen konnte. Dann richtete ich meinen Blick nicht mehr auf den allzuweit entfernten Zielpunkt weit oberhalb von mir, sondern einfach nur noch nach unten auf den Weg und setzte keuchend einen Fuß vor den anderen: vier Schritte einatmen, acht Schritte ausatmen, vier Schritte einatmen, acht Schritte ausatmen ... und so weiter und so fort.

Als ich dann mit hochrotem Kopf, aufgelöster Frisur und kaum eines Wortes mächtig endlich oben angekommen war, musste ich den fragenden Blick so manchen Viertklässers stoisch über mich ergehen lassen und mich meinem Vesper widmen, um wieder zu Kräften zu kommen.

Nach dieser "Erfahrung" mag so mancher verstehen, dass ich nicht mehr wirklich erpicht darauf war, einen weiteren Ausflug mitzumachen.

Aber naja, wie gesagt, mein Jüngster bettelte und bettelte und als ich mir den "Flyer" der Klassenlehrerin ansah, ließ ich mich breitschlagen, ging es darin doch weder um eine Wanderung, noch um irgendwelche weit abgelegenen Bauernhöfen, sondern einfach um den Besuch einer Konzertveranstaltung für Kinder in der ca. 60 km entfernten Universitätsstadt. Die Fahrt dahin war per Bahn geplant und die Konzerthalle in geringer Laufnähe zum Hauptbahnhof. Das hörte sich doch gut an. Also tat ich meinem Jüngsten den Gefallen und meldete mich als "freiwillige" Begleiterin des Ausfluges an, sehr zur Freude meines "Kleinen".

Der Ausflug war wirklich ganz nett, wenn man mal davon absieht, dass es selbst mit zwei Lehrern und zwei Begleit-Müttern eine Herausforderung bedeutet, zwei Grundschulklassen von Viertklässern zuerst in eine S-Bahn und dann in einen Regionalexpress umsteigen zu lassen und vor allem, nicht aus Versehen den einen oder anderen zu verlieren in dem Gewusel.

Die Lehrerin meines Sohnes bat mich gleich zu Beginn ... 😄 wieder einmal das Schlusslicht zu bilden und dabei bitte zwei der Jungen aus der Klasse im Auge zu behalten. Zuerst wunderte ich mich ein wenig, die beiden wirkten gar nicht auffällig oder gar lebendig oder schwer zu "händeln". Im Gegenteil, zwei recht brav aussehende Bürschlein. Doch recht bald merkte ich, warum die Lehrerin mich um Aufmerksamkeit gebeten hatte.

Die zwei Kerlchen waren sehr in ein Gespräch vertieft und wurden währenddem beim Laufen immer langsamer, blieben bisweilen sogar gerne einmal stehen, um sich gegenseitig Dinge mit beiden Händen gestikulierend besser erklären zu können.

Da mir klar war, dass unser Zeit-Kontingent ein wenig den Fahrplänen der Bahn unterlag, bat ich die beiden am Anfang immer mit meiner freundlichen "Freunde der Kinder Stimme", sie mögen sich doch ein klitzekleinwenig beeilen. Die andere Mutter, die am Anfang noch neben mir gelaufen war, hatte sich schnell abgeseilt und war den "schnelleren" Mädchen gefolgt, während ich mich darum bemühte, den Abstand zwischen meinen beiden Pappenheimern und der restlichen Gruppe nicht zu groß werden zu lassen. Irgendwann gab ich meine "Ansagen" auf und begann einfach, sie immer wieder zwischendurch mit beiden Händen vorwärts zu schieben, bis wir wieder aufgeschlossen hatten, was sie mit ambivalentem Gleichmut über sich ergehen ließen, ohne das eigene Tempo auch nur annähernd zu erhöhen.

Was war ich froh, als wir endlich das Umsteigen hinter uns hatten und uns auf der längeren ca. einstündigen Fahrt befanden. Warum mein Sohn mich bei dem Ausflug dabei haben wollte, erschließt sich mir immer noch nicht ganz. Denn sobald ich am Ende der Zweierreihen meine Aufstellung vorgenommen hatte, wart er in meiner Gegenwart nicht mehr gesehen. Er setzte sich auch im Zug zu seinen Freunden und kam nur hin und wieder einmal zu mir, da er sich innerhalb der ersten zwanzig Minuten fast völlig seines Vespers entledigt hatte und um meines bzw. um die Notration bat.

Diese Eigenständigkeit meines Jüngsten hatte aber den Vorteil, dass ich mich ein wenig zurücklehnen konnte, um die "Ruhe" im Zug zu genießen. Ich saß mit den beiden Kerlchen (die ich immer noch im Auge behalten und vor allem dafür zu sorgen hatte, dass sie auch mit ausstiegen und nicht einfach sitzenblieben) in einem Dreierabteil , die letzte Sitzgruppe direkt an der Tür des Großraumabteils. Das hatte den Vorteil, niemanden neben mir zu haben, gleichzeitig den Überblick über die Türe und weiterhin mich ganz auf das intensive Gespräch der beiden Jungs konzentrieren zu können. Was ich sehr erheiternd und eben für erinnerungswert hielt, weshalb ich hier diesen Post eigentlich dem Gespräch widmen möchte.


Die beiden waren so vertieft in ihre Unterhaltung, dass sie nicht mitbekamen, was um sie herum vor sich ging. Eigentlich ganz süß, der eine blond und blauäugig, der andere braunhaarig und mit den passenden dunklen Augen. Hm, ich werde den beiden mal "Namen" geben, damit ich nicht immer der "Eine" oder der "Andere" schreiben muss. Und nur zur Erklärung, die tatsächlichen Namen der beiden Jungs habe ich vergessen. Also, sagen wir mal, der blonde Junge heißt Max und der dunkelhaarige Moritz. 


Dieter Schütz  / pixelio.de


Sehr schnell wurde mir beim "Belauschen" des Gespräches klar, dass Max der Tonangebende des Duos war. Er hatte immer eine schlaue Antwort und wirkte absolut von seiner Meinung überzeugt, was Moritz jeweils mit großen Kulleraugen widerspruchslos hinzunehmen schien. Eine ganze Weile diskutierten sie über ein Spiel, welches wohl mit einem Smartphone spielbar ist. Dummerweise war es wohl so, dass Moritz um einige Level weiter war, als Max. Was diesen dazu veranlasste, sehr ausgiebig und nachdrücklich zu erklären, woran dies liegen möge. Als Moritz ihm großmütig anbot, auf seinem Smartphone für Max zu spielen, um ihn über die fehlenden Level hinwegzuhelfen, nahm Max dies auf unnachahmliche Weise so an, dass man das Gefühl bekam, er täte Moritz damit einen Gefallen, indem er ihn ihm helfen ließe. Amüsant!

Das Gespräch plätscherte ununterbrochen weiter, bis unschwer zu erkennen war, dass sie beiden sich von besagtem Smartphone-Spiel weg zum wohl in absehbarer Zeit stattfindenden Kindergeburtstag von Max begeben hatten. Max erklärte Moritz, wen er alles eingeladen habe und was er sich zum Geburtstag wünschen würde. Da der Wunsch wohl die einzelnen Geschenkbeträge bei weitem übersteigen würde, kamen die beiden recht schnell auf die Idee, er könne sich ja, statt mehrerer kleiner Geschenke, mehrere Gutscheine eines bekannten Drogeriemarktes schenken lasse, welcher auch für seine umfangreiche Spielzeugabteilung bekannt war.

Moritz ließ sich von Max erklären, dass er sich einen bestimmten Bausatz aus vielen kleinen aufeinandersetzbaren Teilchen wünschte, der insgesamt 25,95 Euro kosten würde. Natürlich wollte er von Moritz auch wissen, ob er schon ein Geschenk für ihn habe, was dieser sehr zu Max' Erstaunen auch bejahte, wobei es sich aber sehr zu Max' Unmut eben nicht um jenen Bausatz handelte. Man sah förmlich die kleinen Rädchen in Max' Kopf rotieren, als er sich überlegte, welche Beträge er sich wünschen müsse, um mit den verbleibenden Kindergeburtstagsbesuchern auf die benötigten 25,95 Euro zu kommen.

Sein Blick ging ins Leere und er knabberte an seiner Unterlippe herum, während ihn Moritz nur treuherzig von der Seite anblickte und darauf wartete, was er sagen würde. Nach reiflicher Überlegung ging ein Aufleuchten über Max' Gesicht und er nickte eifrig, dann wendete er sich Moritz zu und erklärte ihm: "Ich wünsche mir drei 10'er-Gutscheine, dann kann ich mir das Paket auch kaufen! Aber du musst mir auch einen Gutschein schenken."

Moritz nickte zaghaft, wenngleich seinem Gesicht abzulesen war, dass es ihm schwer fiel, seinem Freund gedanklich zu folgen. Max strahlte aber weiter und meinte nur: "So passt es!" Was wiederum Moritz dazu veranlasste, seinerseits Kopfrechnungen anzustellen, scheinbar gefiel ihm die Vorstellung nicht, das von seiner Mutter bereits vorbereitete Geburtstagsgeschenk für Max durch einen Gutschein zu ersetzen. Auch ihm konnte man die anstrengende Kopfarbeit deutlich ansehen, bis auch er zu einer Lösung kam: "Aber wenn du 13'er-Gutscheine willst, brauch ich dir doch keinen Gutschein schenken!"

Max starrte seinen Freund vorwurfsvoll an, man konnte ihm deutlich ansehen, dass er Widerworte nicht gewohnt war. "Na doch, das Paket kostet doch 25,95 Euro!" Ich musste sehr an mich halten, nicht laut aufzulachen, da mir in der Zwischenzeit klar geworden war, dass Max außer Moritz wohl nur noch zwei weitere Kinder eingeladen hatte, weshalb Max natürlich auch von Moritz eben den dritten 10'er-Gutschein wollte, also insgesamt drei 10'er Gutscheine.

Moritz nickte Max eifrig zu: "Ja, das stimmt doch! Du willst 13'er-Gutscheine, das reicht genau!" Max sah seinen Freund ein wenig erstaunt an und zuckte dann mit den Schultern: "Ja, das hab ich doch gesagt, ich will drei 10'er-Gutscheine." Moritz strahlte seinen Freund an, der ihn verstanden zu haben schien. Und somit war die Diskussion der beiden - irgendwie dann doch einvernehmlich - beendet.

Ab da wendete sich das Gespräch dann wieder anderen Dingen und Spielen und Spielzeugen zu, bei denen ich schnell den Faden verlor und meinerseits einfach ein wenig meinen Gedanken nachhing und über das gehörte Missverständnis nachgrübelte, bis wir unsere kleine Herde wieder sammeln und aus dem Zug bugsieren mussten.

Auf der einen Seite fand ich das ganze einfach nur lustig, was für ein Missverständnis und doch waren beide bis zum Schluss der Meinung, einander verstanden zu haben. Da hätte ich beim Geburtstag von Max doch zu gerne Mäuschen gespielt.

Auf der anderen Seite ging mir durch den Kopf, wie oft ich wohl auch schon solche Missverständnisse erlebt hatte bzw. wie oft wir der Meinung sind, genau zu wissen, was unser "Gegenüber" gemeint haben will. Und wie oft dies Ärgeres, als Unmut bei einem Kindergeburtstag ausgelöst haben kann. Was mich unweigerlich zu der Frage brachte, wie kann ich solche Missverständnisse vermeiden?

Tja, tut mir leid, ich glaube, hier gibt es keine Patentlösung, man ist immer wieder neu gefordert, mit Situationen umzugehen. Und ich glaube, dass es viel öfter vorkommt, als wir denken, weil wir meiner Meinung nach, einfach viel zu oft mit "unseren persönlichen" Ohren hören. Damit meine ich, das, was wir verstehen (wollen), ist sehr oft geprägt von dem, was wir erwarten zu hören. Und manchmal entspricht es dem ja auch und dann sind alle glücklich und zufrieden.

Aber manchmal halt auch nicht und dann fängt es mit einem Mal an, dass eine vorher harmonische Situation plötzlich anfängt zu kippen und man in dem Moment gar nicht weiß, was eigentlich passiert ist. Also, ganz ehrlich, ich gebe zu, ich kenne solche Situationen und wie oft habe ich mir nicht schon gewünscht, ich hätte erst nochmal innegehalten und darüber nachgedacht, als sofort meinen Unmut loszuwerden.

Beispiel? Aber gerne doch ... eines der Dinge, die mich immer wieder mal beschäftigen, ist, dass unsere Jungs so schnell groß werden. Unsere gemeinsame Zeit mit ihnen wird sich verändern in den nächsten Jahren, sie werden aus dem heimischen Nest hinausstreben und ihren Weg gehen. Was ja auch gut und richtig ist. Aber manchmal überkommt mich dabei doch ein wehmütiges Gefühl, ich bin halt nach wie vor ganz und gar leidenschaftlich eine "Mommy". Wenn mich dann wieder mal so ein Gefühl beschleicht, gehe ich damit natürlich zu dem Menschen, der dieses Gefühl meiner Meinung nach am meisten nachempfinden können müsste, meinem Besten.

Das ganze kann dann so ablaufen, dass ich ihm versuche, nahezubringen, dass unsere Kinder bald nicht mehr mit uns unter einem Dach wohnen werden und ich mir wünschen würde, wir Eltern würden in unserem manchmal doch recht vollen und hektischen Alltag mehr Raum schaffen, um ganz gezielt mit ihnen Zeit zu verbringen. Das ist doch ein ganz und gar legitimer Wunsch für eine Mutter, oder nicht?

So weit so gut! Mein Bester bemüht sich also ganz ehrlich, meine Emotionen nachzuvollziehen - er kennt mich ja nun auch schon ein Weilchen - nickt mit mehrfachen "Hmms" und "Jaas" dazu und gibt mir doch klar damit zu verstehen, dass er wüsste, was ich meine und einer Meinung wäre mit mir.

Was mich glücklich und zufrieden macht und ich - selbstverständlich - erwarte, diese meine Wünsche und Hoffnungen baldmöglichst umgesetzt zu sehen, er hat mir ja schließlich zugestimmt.

Und bald darauf, kann es dann vorkommen, dass ich von irgendeiner Arbeit im Haushalt, irgendeinem Meeting, irgendeinem Dienst komme und mich darauf freue, endlich mal wieder Zeit mit meinem Besten und unseren Kindern zu verbringen, in der wir z. B. zusammen sitzen, reden, austauschen, Brett- und/oder Gemeinschaftsspiele spielen etc. und finde meinen Besten justament mit den beiden Jüngsten vor, wie sie im Wohnzimmer zusammen vor einer Spielekonsole sitzen und voller Begeisterung ein Spiel zusammen spielen, bei dem man z. B. versucht, virtuell mit einem Auto (!!!) Fußball zu spielen. Und dabei bekringeln sie sich vor Lachen und machen sich fast in die Hosen vor Spaß und lautstarkem Gelächter.

Das ist er dann, der Moment, in dem ich eine Entscheidung treffen muss!

Lasse ich meinen Unmut raus und alle schauen betröppelt aus der Wäsche oder freue ich mich einfach über den Spaß, den sie miteinander haben und an den sich die Jungs mit Sicherheit auch immer gerne zurückerinnern werden?

In solchen Momenten wird mir dann klar, dass ich mal wieder genau "gewusst" habe, was mein Bester zu mir gesagt hatte und es damit völlig missverstanden habe. Natürlich sprachen wir über das "Gleiche"! Nämlich darüber, Zeit mit unseren Kindern zu verbringen. Ich verstand darunter nur drei 10 Euro Gutscheine und er redete von 13 Euro Gutscheinen.

Es gab schon Zeiten, ich gestehe, in denen ich ihm dann so ein "Missverständnis" um die Ohren schlug und ihn dann auch noch dafür verantwortlich machte. Peinlich, aber leider zu oft wahr. In der Zwischenzeit habe ich gelernt - hoffe ich doch zumindest - immer erstmal innezuhalten und zu überlegen, was eigentlich passiert war bzw. was ich gesagt und er verstanden hatte.

Beziehungsweise, wenn ich dann noch sehe, das Ergebnis entspricht eigentlich auch dem, was ich mir gewünscht habe, nämlich, dass mein Bester als Vater richtig gute und lustige Zeit mit seinen Söhnen verbringt ... dann fällt es mir auch leichter, es einfach so stehen zu lassen.

Aber natürlich fällt mir das nicht in jeder Situation so leicht und wie dankbar bin ich, dass ich dann auf den reichen Erfahrungsschatz unserer Pastoren zurückgreifen und mich erinnern kann, was sie zu solchen "Momenten" zu sagen haben.

Unsere Pastoren hielten schon mehr als eine Predigt über Kommunikation, weil es wohl doch ein sehr wichtiges und immer wiederkehrendes Thema ist! Und in einer davon gaben sie einen guten Tipp, den ich Euch gerne weitergeben möchte. Nicht falsch verstehen, sie gaben uns schon gaaaaanz viele gute Tipps, ich greife jetzt nur einen heraus, weil ich damit etwas verdeutlichen möchte zu dem Thema des Posts.

Wenn es um "kritische" Themen geht, machten sie den Vorschlag, einen Stift bereit zu halten, kann auch ein Stöckchen, eine Fahne oder sonst was sein. Und dieser Stift wird abwechselnd zur Hand genommen. Das heißt, es redet immer nur derjenige, der den Stift hält und der andere hört zu. Danach wird der Stift gewechselt und jetzt kommt das Wichtige ... der andere fragt nach: Habe ich richtig verstanden, dass Du das und das gesagt und damit gemeint hast? Das kann dann eine Weile hin und her gehen, bis man sich wirklich verstanden hat. Und wenn man das Ganze noch an einem öffentlichen Ort, z. B. bei einem Restaurantbesuch, vornimmt, vermindert es auch die Gefahr, aus dem Ruder zu laufen ... meistens jedenfalls. 🤭

Ich glaube, Ihr versteht schon, was ich bzw. unsere Pastoren damit sagen wollen, oder? Es ist so wichtig, dass wir uns darüber im Klaren sind, dass unser Gegenüber nicht automatisch verstehen kann, was wir eigentlich sagen wollen. Und oft fühlt man sich angegriffen, nicht ernstgenommen, nicht mehr geliebt, wenn Missverständnisse entstehen, dabei ist es aber doch so menschlich und normal. Denn kein Mensch kann uns so verstehen und ins Herz sehen wie Gott es kann und doch erwarten wir es immer wieder von ihnen.

Wenn ich dann diesen wirklich guten Ratschlag berücksichtige und bereit bin, erst einmal zuzuhören und dann aufzuzeigen, was ich verstanden habe ... dann kann gute Kommunikation beginnen.

So viel also mal für heute! Ich wünsche Euch noch einen super guten Start in das neue Jahr und viele, viele wundervolle Momente voller guter Kommunikation, Gemeinschaft, Lachen, Liebe und Freude aneinander.

Seid gesegnet mit dem Segen des Einen und Einzigen, der uns immer und ganz und gar richtig versteht, weil Er in unser Herz sieht!

Ich hab Euch lieb und Jesus auch!

Eure Mommy

Mittwoch, 21. Dezember 2016

Weihnachten 2016


»‘Habt keine Angst!‘, sagte er. ‚Ich bringe eine gute Botschaft für alle Menschen! Der Retter - ja, Christus, der Herr - ist heute Nacht in Bethlehem, der Stadt Davids, geboren worden! Und daran könnt ihr ihn erkennen: Ihr werdet ein Kind finden, das in Windeln gewickelt in einer Futterkrippe liegt!‘« 
Lukas 2,10-12

Ach, die Weihnachtsgeschichte ... ist sie nicht schön? Überkommt uns nicht ein wohliges Gefühl, beim Gedanken an die heimelige und friedliche Szene an der Krippe, auf dem Feld bei den Hirten, bei der Ankunft der Heiligen Drei Könige? Ist nicht Weihnachten in der Zwischenzeit fast mehr bekannt als das Fest der Liebe? Wird das nicht über alle Medien kommuniziert? Das Fest der Lichter, der Liebe, des Friede, Freude, Eierkuchens?

Und ja, ich gebe es zu, ich liebe diese Advents- und Weihnachtszeit wirklich, ich liebe es, wenn man enger zusammenrückt und eher bereit ist, in Liebe miteinander umzugehen. Dagegen ist ja gar nichts einzuwenden. Aber ich finde es auch spannend, mir mal ganz ehrlich Gedanken darüber zu machen, wie das erste Weihnachtsfest denn tatsächlich so stattgefunden haben könnte.

Angeregt dazu hat mich mein Bester, der bei einer Weihnachtsfeier gebeten worden ist, einen kleinen geistlichen "Input" zu geben. Und seine Gedanken fand ich so gut, dass ich mich entschlossen habe, diese zum Thema dieses Weihnachtsposts zu machen.

Seine Gedanken begannen bei einem Stall, ausgelöst durch eine Erkenntnis, die er in unserem Sommerurlaub bekommen hatte.

Wenn mein Bester und ich an Stall denken, dann denken wir zurück an unsere Kindheit und genauso wie er, erinnere ich mich dabei auch an große Gebäude mit dicken Mauern, sehr kleinen Fenstern und einem schweren Tor. Wenn man durch dieses Tor schlüpfte schlug einem sofort eine eigentlich angenehme Wärme, aber vor allem heftiger Gestank entgegen. Als Kind konnte ich mich stundenlang in dem Kuhstall unserer "Nachbarn" im Dorf aufhalten, wenn ich Milch holen ging. Ich fand's immer schön ... meine Eltern weniger, die mich dann immer am liebsten mitsamt meiner Kleidung im Garten abgestrahlt hätten. Aber ja, das war und ist so meine Vorstellung, wenn ich "Stall" höre. Ebenso bei meinem Besten.

Beim alljährlichen Aufbau unserer Weihnachtskrippe, die Ihr oben sehen könnt, fiel ihm dann immer wieder auf, dass dieses "Bild" eines Stalles, so gar nicht seinem Bild eines Stalles entsprach. Man kann ja reinschauen, keine Wände drumherum, ziemlich offen das Ganze. Irritiert hat es ihn nicht wirklich, hat er darin wohl eher "idealistische Verzerrung" gesehen oder gedacht, was macht eine Weihnachtskrippe zur Ansicht in der Adventszeit für einen Sinn, wenn man nicht reinschauen kann, also doch eher "künstlerische Freiheit" wahrgenommen.

Im Sommer hat er sich dann eines Besseren belehren lassen. Wie schon seit ein paar Jahren, fuhren wir wieder einmal mit unserem "Wohnmöbel auf Rädern" in den Süden, nach Griechenland um genau zu sein. Mit so einem Riesenteil hinten dran, fährt man in der Regel eher gemächlich und hat dabei gut Muße, die Landschaft zu betrachten, die so an einem vorbei tuckert.

Dabei fielen uns dann in Abständen immer wieder merkwürdige "Gebilde" auf. Auf größeren umzäunten Flächen standen Konstruktionen, die offensichtlich keine Wohngebäude waren. Irgendwann erkannten wir dann, dass es sich dabei um Ställe handelte. Und zwar Ställe, die in der Regel aus allerhöchstens drei Wänden und einem Dach bestanden. Also mindestens auf einer Seite offen waren. Beim darüber nachdenken wurde dann schnell klar, dass dies bei den hohen Temperaturen in Griechenland durchaus Sinn machen würde, wolle man nicht am Ende des Sommers nur noch gut durchgegarte Tiere im Stall vorfinden.

Und beim Aufbau der Weihnachtskrippe in diesem Jahr machte das Ganze auf einmal auch Sinn! Na klar, Israel ist nun auch nicht gerade bekannt für seine "arktischen" Temperaturen. Die Ställe dort, dürften wohl eher der Weihnachtskrippe "ähneln", als unseren heimischen Ställen hier. Und in Folge kam der Gedanke auf: Hm, wie mag das im Hinblick darauf wohl wirklich gewesen sein?

Als Mutter stellt sich mir dann wirklich die Frage, hätte ich ein wohliges Gefühl dabei gehabt, wäre die Szene heimelig und friedlich gewesen, wenn ich meine fünf Jungs in einem Raum zur Welt gebracht hätte, bei dem eine Wand einfach mal fehlen würde. So "Tag der offenen Wand" im Kreißsaal?

Ich hätte wahrscheinlich eher kreißend und kreischend meinen Besten gebeten, er solle doch bitte eine Kuh auftreiben, die ein gewisses Maß an Sichtschutz geboten hätte. Nun gut, wir wissen nicht wirklich, ob Maria - so auserwählt sie nun mal wirklich war - nicht eine völlig andere Haltung zu der ganzen Sache hatte. Aber irgendwie kommt schon die Frage hoch, warum eigentlich so? Warum derart öffentlich, entblößt, antastbar und nicht doch in einem Thronsaal?

Diese Frage hat sich mein Bester auch gestellt. Und dann bekam er für sich eine Antwort, die es ihm irgendwie nahegebracht hat. 

Gott hat sich entblößt! Für uns!

Er wollte sich entblößen, er wollte sich betastbar machen ... und das für jeden! Nicht nur für eine gehobene Adelsschicht oder besonders herausragende Menschen, nein für jeden, selbst für Hirten, die damals an unterster Stelle in der Gesellschaftsordnung standen.

Er hat sich entblößt, jeglicher Würde berauben lassen, damit jeglicher Würdelose Zugang zu Ihm bekommt. 

Und dann fielen meinem Besten noch zwei Begebenheiten aus der Bibel ein, zu denen sich Gott auch entblößt hat vor den Menschen.

Das zweite Mal geschah auf einem Hügel auf Golgatha. Jesus wurde seiner Kleidung entblößt, öffentlich bloßgestellt, zu einem Zeitpunkt, an dem Kleidung eine noch viel gewichtigere Rolle spielte als heute, als diese Aussage über Beruf, Stellung und Würde bedeutete, während Entblößtsein Würdelosigkeit und Minderwert darstellte. Nackt vor aller Augen, entblößter konnte man gar nicht sein.

Und zu guter Letzt entblößte Er sich, als in dem Moment, als Jesus starb, der Vorhang im Tempel entzweiriss und das "Allerheiligste" freilegte, entblößte! Auf einmal Zugang gewährte zum ureigenen Aufenthaltsort Gottes! Dem Ort, den nur einmal im Jahr ein auserwählter Hohepriester nach ganz bestimmten langwierigem Prozedere aufsuchen durfte. 

Und das ist das wundervolle, faszinierende für mich an diesem "entblößten" Gott, Er macht es einfach ganz öffentlich und deutlich und unübersehbar ... Er gewährt mir Zugang zu Sich Selbst! Er hat ALLES getan, damit dies überhaupt möglich ist und wünscht sich nichts mehr, als dass ich Sein Angebot annehme. Gott hat sich uns als Baby und als Mensch gezeigt in Jesus, durch den wir, laut der Bibel, den Vater sehen. Entblößt aller Herrlichkeit und Allmacht, die Er im Himmel hatte, nackt und würdelos und doch völlig ohne Schuld, ist Er unwürdig für mich geworden, damit ich in der Lage bin, Ihm nahe zu kommen. 

Was für ein Gott! 

Ganz ehrlich, mich bewegt dieser Blick in den Stall wirklich sehr und ich wünsche mir einfach an dieser Stelle, dass auch Eure Herzen, vielleicht ganz neu oder einfach wieder bewegt werden von diesem mächtigen, gewaltigen und herrlichen Gott, der uns so sehr liebt, dass Ihn nichts davon abhalten konnte, sich für uns zu entblößen und antastbar zu machen, damit wir ganz nahe bei Ihm sein können!

Und mit diesen Worten wünsche ich Euch allen ein gesegnetes, wundervolles und ja, auch heimeliges und friedliches Weihnachtsfest, bei dem Ihr alle mit Euren Lieben wohlig zusammenrückt und dieses Fest der Liebe genießt, denn nichts anderes ist es tatsächlich, ein Fest der unendlichen und entblößten Liebe Gottes zu uns Menschen!

Ich hab Euch lieb und Jesus auch!

Eure Mommy


Freitag, 16. Dezember 2016

Morgen Kinder wird's was geben ...

gänseblümchen  / pixelio.de


Ja hallihallo ... es gibt uns tatsächlich noch. Auch wenn das letzte Jahr rasend schnell vergangen ist und ich mal wieder erst in der Advents- bzw. Weihnachtszeit dazu komme, hier etwas zu schreiben. Vielleicht sollte ich den Blog umbenennen in Mommys Christmas thoughts!

Habt Ihr es denn überhaupt schon gemerkt, dass Advent ist und Weihnachten vor der Tür steht? Wer auch immer jetzt nein gesagt hat ... hahahaaa, außer Du kannst nachweisen, dass Dein Wohnort gerade nicht in, sagen wir mal, Mitteleuropa liegt.

Ja, es ist Advent und wie leicht würde es mir fallen, in diesen "Adventsjammer" mit einzustimmen und Euch von meinem Stress erzählen und meinen Aufgaben und dass mir noch so viele Geschenke fehlen und diese ganzen Weihnachtsfeiern überhaupt und so weiter und so fort.

Will ich aber nicht!

Nicht, weil wir uns als Eremiten auf eine einsame Insel zurückgezogen hätten, sondern einfach, weil ich es eben nicht will. Ich will mich nicht so stressen lassen und diese Wochen der Adventszeit in einem Zustand der Verzweiflung, Überforderung und Ruhelosigkeit befinden. Und das erfordert Gegenmaßnahmen, ohne einfach alles hinzuschmeißen.

Nachdem mich in letzter Zeit verschiedene Personen daraufhin angesprochen haben, dachte ich, es würde doch eigentlich auch gut in diesen kleinen Blog hier passen, mal wieder unsere "Adventszeit-Tradition" zu erwähnen.

Erinnert Ihr Euch, dass wir als Familie im Advent immer versuchen, in diesen Wochen den Fernseher auszulassen und stattdessen Zeit ganz gezielt miteinander zu verbringen? Habe ich von unserem Adventskalender erzählt, einer Schnur mit 24 Säckchen, die mit jeweils fünf Süßigkeiten gefüllt werden für unsere fünf Jungs? Und dass wir im Advent immer abends zum "Säckchen-Singen" zusammenkommen und das möglichst alle?

O ja, davon hatte ich schon erzählt und ja, ich habe auch gerade Euer Lachen gehört! Echt jetzt, sagt Ihr? Säckchen-Singen? Wobei die Betonung auf Säckchen liegt? Lacht Ihr nur, dieser Begriff stammt noch aus einer Zeit, vermute es muss kurz nach der Sintflut gewesen sein, als ich und meine Geschwister diesen Begriff prägten, einer Zeit, in der man das Wort Säckchen noch einfach in den Mund nehmen konnte, ohne dass es irgendetwas anstößiges zu bedeuten hatte. Ja, diese Zeit gab es einmal, da wurden nämlich andere besagte und belachte "Säckchen" noch nicht ständig in der Öffentlichkeit benannt. Da waren das eben einfach kleine Säcke, ohne irgendeine Verbindung zu einem Körperteil. Vielleicht übertreibe ich aber auch an dieser Stelle und mein testosterongeschwängertes Umfeld hat mich über's Ziel hinausschießen lassen? Wer weiß das schon? Lassen wir das Thema. ... Advent!

Was soll ich sagen, völlig überraschend hat dieses Jahr am 1. Advent die Adventszeit begonnen. Traf uns - wie so oft -  völlig unvorbereitet, so dass wir froh waren, dass unsere beiden Jüngsten, nunmehr 12 und 15 Jahre alt, wieder voller Begeisterung unseren Adventsschmuck vom Dachboden holten und großflächig in der Wohnung verteilten.

Auf einer Social Media Plattform habe ich den folgenden Spruch gelesen: Advent ist, wenn man das alte Gerümpel vom Dachboden holt und gleichmäßig in der Wohnung verteilt.

Da musste ich lachen, denn tatsächlich hat mich das auch an unseren Adventsschmuck erinnert, der doch deutlich in die Jahre gekommen ist. Alte lieb gewonnene Basteleien, die kaum noch zusammenhalten und als solche zu erkennen sind - wie Weihnachtsmänner ohne Wattebart, Sternengehänge im Ungleichgewicht, da einige fehlen, Glitzersterne mit nur noch wenigen vereinzelten Glitzerpünktchen etc. - wurden genauso wiederverwendet, wie Lichterketten, die einfach nicht mehr leuchten wollen. Aber was soll's, wenn es in meinem Jüngsten ein beglücktes Seufzen auslöst und er mit glänzenden Augen, die nicht mehr ganz so glanzvolle Pracht betrachtet? Dann nur her mit dem alten Gerümpel, das ist es mir allemal wert!

Letztes Jahr war es das erste Mal, dass unsere Großen brummelten und diese ganze Adventsgeschichte verweigern wollten. Mein Bester und ich haben dann darüber nachgedacht, ob es "Sinn machen würde", sie dazu zu zwingen?

So richtig sinnvoll fanden wir es nicht, aber sie einfach von hinnen nach dannen ziehen zu lassen, zumal sie alle noch unter unserem Dache weilen, das wollten wir dann auch nicht. Also haben wir uns mit den drei Großen zusammengesetzt und mit ihnen darüber gesprochen. Wir haben sie daran erinnert, wie sehr sie diese Zeit im Jahr geliebt haben, als sie noch jünger waren, und wie wichtig es ihnen war, dass die ganze Familie dabei zusammen war. Und wir haben sie gebeten, wenn schon nicht für sich selbst, doch aus Liebe zu ihren jüngeren Brüdern und als Zeichen, unsere Familienwerte zu respektieren, daran teilzunehmen, wenn sie im Hause sind. Natürlich, wenn sie ihre Termine und Treffen hatten, haben wir nicht darauf bestanden und der eine oder andere hatte dann doch ab und zu mal gefehlt, weil es einfach zeitlich bei sieben engagierten Personen schwierig ist, alle zusammen zu bekommen. Aber im Großen und Ganzen waren sie dann doch meistens dabei.

Aber aufgrund dieser vorjährigen Diskussion war ich gespannt, wie sie dieses Jahr damit umgehen würden. Und tatataaa, meine Jungs haben mich echt überrascht und mich fast zum Heulen gebracht, wenn ich denn der Typ zu schnellem Heulen wäre.

Am 1. Dezember haben wir gar nicht groß darüber gesprochen, dass ja nun unsere "Säckchen-Sing-Zeit" beginnen würde, wir haben nur erwähnt, dass um 18 Uhr Treffpunkt sei.

Der Kleine wuselte voller Begeisterung über unseren (ich gebe es gerne und ehrlich zu: kläglichen) Adventskranz herum und sprang sofort los, um seine großen Brüder aus dem ersten Stock zu holen, in dem sich der liebevoll "Jungen-WG" genannte Teil unseres Hauses befindet.

Wie sehr staunten wir, als dann tatsächlich alle fünf Jungs nach unten kamen und sich einer nach dem anderen ohne Beschwerde auf das Sofa und die Sessel fallen ließ. Und noch größere Augen machten wir, als dann tatsächlich eine heiße Diskussion entbrannte.

Und zwar begannen sie, darüber zu diskutieren, wer denn nun in diesem Jahr den Anfang machen würde. "Den Anfang machen" heißt, einer von Fünfen "darf" die Kerzen am Adventskranz anzünden, das erste Lied aussuchen, die erste - wenn im Adventskalender-Geschichten-Buch vorhanden - Bastelei vornehmen und das erste Säckchen zum Öffnen auswählen. Danach geht es dann immer reihum.

Ich saß völlig geplättet zwischen meinen "Männern" und lauschte mit offenem Mund, wie sich Nummer 3 und 4 darüber stritten, dass sie noch NIE die Ersten gewesen wären und doch bestimmt dieses Jahr auch mal dran wären. Der Jüngste jammerte, dass er doch aber wolle und er doch nun mal der Jüngste wäre und als der Älteste meinte, ihm wäre es egal, Hauptsache er wäre als Vierter dran, musste ich dann doch richtig lachen. Denn vor Jahren hatte er mal ausgerechnet, dass er, wenn er am vierten Tag das erste Mal dran wäre, auf jeden Fall am Heiligen Abend auch dran wäre!

Es hat mich echt zu Tränen gerührt, diese Selbstverständlichkeit, mit der sie dieses Jahr an diesem uns immer noch so wichtigen "Ritual" dabei sein wollten. Und ja, es ist ein Ritual oder besser gesagt, eine Tradition, aber es gehört zu unserer Familiengeschichte halt einfach dazu und ich genieße es jedes Jahr neu. Irgendwie schaffen wir so eine Art von "Zusammenkommen" wirklich immer nur in der Adventszeit in diesem regelmäßigen Selbstverständnis.

Und bitte, nur damit hier keine falschen Bilder entstehen in Euren Köpfen. Dieses "Säckchen-Singen" hat sicher immer etwas mit Advent zu tun und was es für uns bedeutet, dass wir die Ankunft unseres Heilandes Jesus feiern, aber wir haben in der Zwischenzeit auch gemerkt, dass aufgesetzte "besinnliche Feierlichkeit" nicht unsere authentische Ausdrucksform ist. Wir singen zwar immer gerne aus unserem mittlerweile in Einzelteile zerfallendem Weihnachtsliederbuch oder auch Lieder von Liedblättern, die unsere Großen mal bei einem vor 'zig Jahren stattgefundenem Krippenspiel erhalten haben, aber die Singerei ist auch manchmal einfach nur lustig und sorgt bisweilen für Heiterkeit.

Wenn unser Zweiter sich z. B. immer wieder dasselbe Lied wünscht, das von einem Stern in der Weihnachtsnacht handelt *1, einfach aus dem Grund, weil er sich vor Lachen bekringelt zwischen Vers 3 und 4, da es im letzten Satz von Vers 3 heißt: "wir bleiben hier", um dann im ersten Satz von Vers 4 mit "kehrn wir zurück" weiterzugehen. Da muss dann auch ich in der Zwischenzeit immer kichern an besagter Stelle. Oder wenn ich, als amtlich festgelegte Vorsängerin, bei einem der Lieder grundsätzlich zu tief anfange und an der tiefsten Stelle man eigentlich nur noch ein Vibrieren spürt, weil das tiefe Gebrumme der anwesenden Männlichkeiten im nicht mehr hörbaren Bereich stattfindet, dann sorgt auch das immer wieder für Heiterkeit. Genauso wie wenn der ehrbare Vater der Meute nicht müde wird, immer wieder den Wunsch zu äußern: "Morgen Kinder wird's was geben" *2 zu singen, wo wir doch dieses Lied "traditionell" immer nur ein einziges Mal in der Adventszeit singen, nämlich am 23.12. Alles seeeeehr besinnlich und würdevoll!

Aber damit noch nicht genug ... allgemeine Belustigung kommt nämlich auch dann auf, wenn ich beim Kauf der Adventszeit-Lektüre einen Griff in das "..." vollbracht habe und wir alle nur mit den Augen rollen über den Sinn bzw. Unsinn der Geschichte und anfangen, darüber zu diskutieren, was der Autor damit wohl hätte zum Ausdruck bringen wollen, wenn überhaupt!

Alles in allem habe ich mich mittlerweile daran gewöhnt ... nein, eigentlich liebe ich es in der Zwischenzeit sogar ... dass es bei unserer Adventszeit-Besinnlichkeit eher fröhlich und manchmal sogar turbulent zugeht, wenn z. B. die Süßigkeiten einfach in die Runde geworfen werden und hin und her danach gegrapscht bzw. weitergeworfen wird. Und doch, es ist einfach herrlich, so zusammen sein zu können und die Zeit miteinander zu genießen.

An diesem ersten Adventsabend dieses Jahr konnte ich es dann tatsächlich kaum glauben, als mir bewusstwurde, dass wir alle sieben mindestens zwei Stunden zusammen saßen, miteinander gesungen, geredet und vor allem viel gelacht haben. Als ich das realisierte, war es eben jener Moment, der mir vor Rührung den Hals hat eng werden lassen und ich plötzlich verstummt und meine "Mannen" einfach nur noch verliebt der Reihe nach angesehen habe. So könnte ich es ewig aushalten!

Eine liebe Freundin meinte vor kurzem, sie bewundere, dass wir das geschafft hätten, unsere Jungs auch jetzt in diesem erwachsenen Alter noch dazu zu bringen, an dieser Advents-Tradition teilzunehmen.

Ich muss mich dann verlegen am Kopf kratzen, denn ganz ehrlich, ich weiß nicht, ob WIR da irgendwas geschafft haben. Ob es an unseren 'besonders pflegeleichten' Jungs liegt? An uns? An den Umständen? An Gott? Ganz bestimmt an Gott! Aber generell haben wir wohl auch Anteil daran, haben wir doch von Ihm den Auftrag, unsere Jungs zu erziehen, erst erhalten. Aber ganz ehrlich? Ich kann es nicht so wirklich erklären. Ich kann nicht mit Fakten belegen, was wir denn im Hinblick darauf 'richtig' gemacht hätten.

Eines, was meinem Mann und mir aber schon sehr bald bewusstgeworden ist, und vielleicht liegt hier auch unser 'Geheimnis', ist, dass wir uns schon sehr früh in unserer Ehe gemeinsam darüber Gedanken gemacht haben, was wir als Familie für Werte haben bzw. haben wollen. Werte, die unser Fundament sind, wie der gemeinsame Glaube an unseren Gott und wie wir diesen leben wollen. Aber auch Werte, die ganz einfach unseren Alltag ausmachen. Wir haben sehr früh begonnen, eine uns ganz eigene Familienkultur zu entwickeln, nicht immer fanden das unsere 'Herkunftsfamilien' nachvollziehbar, aber es war uns wichtig, hier unseren eigenen Weg zu finden. Und vor allem, ganz wichtig war für uns auch immer, dass wir ständig darum gerungen haben, diese Werte gemeinsam zu entwickeln, dass wir als Ehepaar zusammen an einem Strang ziehen und Einheit haben, in dem was, wir uns wünschen und was wir tun.

Und für diese Werte galt und gilt es noch immer, durchaus auch dafür zu kämpfen, daran festzuhalten, sie sich nicht nehmen zu lassen, auch nicht durch die Pubertät hindurch. Wenn wir dabei liebevoll bleiben, nicht einfach lieblich lächelnd alles mit uns machen lassen, sondern in Liebe ganz klare Grenzen setzen und diese auch einhalten, unseren Kindern damit einen sicheren Rahmen bieten, dann ist es meiner Meinung nach auch möglich, diese Werte einzuhalten und darauf aufzubauen. Und was für ein Segen, wenn diese Werte auch noch durch den Freundeskreis oder die Gemeinde unterstützt werden, unsere Kinder die gleichen, uns wichtigen Inputs von Outside bekommen sozusagen.

Mein Bester und ich haben uns als Eltern auch immer darum bemüht, unsere Regeln nicht nur zu 'lehren', sondern auch zu 'leben', also authentisch zu sein. Wenn ich so darüber nachdenke ... ich glaube, das ist auch ein ganz wichtiger Punkt in unserem Elternsein. Wir haben nicht von unseren Kindern eingefordert, was wir selbst nicht zu halten bereit waren. Ob es sich dabei um ganz praktische Dinge wie Ausdrucksweise und -ton handelte oder wie wir z. B. ganz persönlich mit unseren eigenen 'Schwächen' umgehen. Es war und ist uns immer wichtig, zu Hause eine Atmosphäre der Offenheit, Liebe, Annahme und Ermutigung zu schaffen, auch wenn wir dabei durchaus auch einmal kritisch sein müssen. Gesunde Kritik ist an sich ja auch gar nichts Negatives und bedeutet auf gar keinen Fall Lieblosigkeit, im Gegenteil, weil meine Kinder mir wichtig sind, bin ich bereit, mich als Mutter auch durchaus mal unbeliebt zu machen bei ihnen. Aber niemals will ich dabei lieblos oder gar demoralisierend sein. Und doch passierte uns auch das, wie gut, dass wir als Christen erlebt haben, was Vergebung heißt und auch gelernt haben, um Verzeihung zu bitten und uns von unseren Kindern vergeben zu lassen.

So viel mal ... bin ein bisschen abgeschweift, tut mir leid! Ich werde mal aufhören an dieser Stelle, denn bald ist es wieder Zeit für unser heutiges 'Säckchen-Singen'.

Ich wünsche Euch und Euren Lieben von Herzen eine wundervolle und gesegnete Adventszeit! Viele besinnlich-lustige Momente und vor allem herrliche Gemeinschaft mit Euren Familien - immer mit dem Blick darauf, was das Wichtigste ist in all dem, was für Euch und uns Adventszeit-Kultur bedeutet, nämlich, dass Jesus, unser Heiland, als Mensch zur Erde kam, um uns freizusetzen!

Ich hab Euch lieb und Jesus auch!
Eure Mommy

Quellenangabe:
*1: Auszug aus dem Lied "Stern über Bethlehem", ein geistliches Weihnachtslied von Alfred Hans Zoller, 1964 geschrieben.

*2 "Morgen, Kinder, wird's was geben", geistliches Weihnachtslied von Karl Friedrich Splittegarb, 1795.

Mittwoch, 23. Dezember 2015

Wie entstand Weihnachten?



Ja, is' denn heut' schon Weihnachten?

Was soll ich sagen ... in der Tat, es ist! Nach dieser langen, langen Pause hatte ich es mal wieder auf dem Herzen, hier etwas zu posten. Und wenn nicht zu Weihnachten, wann dann?

Mein Leben als 5-fach-Mutter ist nach wie vor turbulent. Und da ich seit dem Sommer begonnen habe, an drei Tagen in der Woche in unserem Gemeindebüro zu arbeiten, ist die Zeit meinem Empfinden nach noch schneller geworden. Oder liegt's am Alter? Den Gedanken schiebe ich mal ganz schnell wieder von mir.

Jetzt ist es also wieder Weihnachten, die Ferien haben begonnen, die Adventszeit liegt fast hinter uns und vieles hat sich verändert und doch ist auch einiges noch immer gleich. Voller Begeisterung hat sich heute unser Jüngster beim abendlichen Singen um den Adventskranz - the same procedure as every year - das Lied "Morgen Kinder wird's was geben" gewünscht und fröhlich neben mir gesungen, während die großen Brüder grinsend mitgegrummelt haben. Die Begeisterung der jüngeren Brüder kann doch immer noch anstecken.

Verändert hat sich, dass nicht mehr ich die Geschichte alleine vorlese, sondern sich die beiden Jüngsten - die so jung ja nun auch schon nicht mehr sind - darum rangeln und abwechselnd vorlesen wollen. Um nur zwei Beispiele zu nennen.

Was alles in diesem hinter uns liegenden Jahr geschehen ist, was uns beschäftigt, herausgefordert, erfreut und vorangebracht hat, all die Hochs und Tiefs, würde ich gerne, kann ich aber nicht aufzählen in diesem einen Post jetzt zu Weihnachten. Das würde den Rahmen sprengen ... aber vielleicht, ja, vielleicht komme ich an anderer Stelle mal wieder darauf zurück.

Etwas anderes möchte ich Euch gerne weitergeben. Vor ein paar Tagen habe ich eine Weihnachtsgeschichte im Internet entdeckt, die mich sehr berührt hat. Sie wirft "fiktiv" einen etwas anderen Blick auf die biblische Weihnachtsgeschichte. Berührt das Herz, ganz persönlich. Zumindest ich empfinde es so und deshalb werde ich sie Euch hier hereinkopieren und damit meine Weihnachtsgrüße für dieses Jahr "abrunden". Ich habe die Geschichte nicht geschrieben, eher "nacherzählt" ... ein wenig weggelassen, ein wenig hinzugefügt, aber im Großen und Ganzen so belassen, wie sie der Autor erzählen wollte.

Und vielleicht spricht sie den einen oder anderen von Euch ja auch an und Ihr lasst Euch auch ganz neu durch den Kopf, den Verstand und das Herz gehen, was Weihnachten eigentlich für eine Bedeutung hat. Mich hat es auf jeden Fall neu erfasst.

Ich wünsche Euch nun an dieser Stelle ein wundervolles, gesegnetes und erfülltes Weihnachtsfest, an dem Ihr mit Euren Familien Zeit verbringt, die Gemeinschaft genießt, den Segen, in dem Ihr lebt, dankbar annehmt, und voller Erwartung und Zuversicht auf alles Neue, was Gott für Euch im Jahr 2016 vorbereitet hat, zugeht.

Seid gesegnet an diesem Tag vor Jesu "Geburtstag", der uns daran erinnert, dass Er als kleines Baby auf diese Welt kam, klein, arm, hilflos und ohne Würde und göttliche Attribute. Und doch ganz und gar Gott, in der Lage den Auftrag absolut perfekt zu erfüllen von Seinem ersten bis zum letzten Tag auf Erden.

Ich hab Euch lieb und Jesus auch!
Eure Mommy


"Wie entstand Weihnachten?" *1
Nacherzählt nach einer Geschichte von Matthias Mägde

Weihnachten fing eigentlich damit an, dass Gott – der Vater – einen Plan hatte! ER sah die ausweglose Lage, in der sich Seine Geschöpfe, die Menschen, befanden. Die Sünde nahm immer mehr überhand und die Kräfte des Bösen schienen sich fortwährend nur zu vermehren.

Er hatte es von Anfang an gewusst und Sein Plan bestand von Anbeginn der Zeit. Und nun war es soweit, ihn zu beginnen, und Er rief die gesamte Himmelwelt zusammen. Die himmlischen Trompeten wurden geblasen und der Thronsaal Gottes füllte sich mehr und mehr.

Voller Liebe betrachtet Gott Seine Himmelsbewohner, die – wie es ihre Art war – Seinem Ruf sofort gefolgt waren, und erhob sich dann, um ihnen Seinen Plan bekanntzugeben. Mit lauter Stimme, so dass es wirklich jeder der himmlischen Zuhörerschaft, selbst bis in den letzten Winkel des Thronsaales, hören konnte, stellte Er ihnen eine Frage:

"Ich habe einen Plan, wie ich den armen Erdenbewohnern, meinen Menschen, helfen werde. Doch nun frage ich: Wen von euch kann ich senden? Wer wird diese Aufgabe erfüllen? Wer möchte diesen Plan für mich ausführen?"

Durch die unzähligen Scharen von Engeln und Himmelswesen ging ein begeistertes Raunen und es gab dort nicht ein Wesen, das nicht gerne erwidert hätte: "Ja, ich will das machen!"

So hoben alle ihre Finger und erwiderten im Einklang: "HERR, hier bin ich, sende mich!"

Die Willigkeit seiner Untertanen rührte den Allmächtigen. Doch dann fuhr er fort, um zu beschreiben, was solch eine wichtige Aufgabe beinhalten würde. Er sagte zu Seinen geliebten Himmelsbewohnern: "Nun, um diesen Auftrag zu erfüllen, kann derjenige, der ihn ausführt, seine gewohnte Himmelsgestalt nicht behalten."

Darüber wurde ein Teil der Engel bestürzt. Hier und da sank ein Finger, der eben noch seine Bereitwilligkeit gezeigt hatte, und die Begeisterung verschwand von ihren Gesichtern. – "Was sollte das wohl heißen, seine Himmelsgestalt zu verlieren?" Die Himmelsbewohner sahen sich an und zuckten mit ihren Flügeln, aber keiner wusste, was der Schöpfer damit meinen könnte.

Der Vater aller Väter erklärte weiter, dass es bedeuten würde, dass der „Beauftragte“ als kleines Baby, in dem beschränkten Körper eines Menschen, geboren werden müsste.

Daraufhin überdachten weitere Engel die Möglichkeit solch einer Sendung und ließen, je mehr sie sich der Schwierigkeit bewusstwurden, ihre zuvor ausgestreckten Finger niedersinken.

Doch es ging noch weiter!

Erneut erklang die warme, aber dennoch sehr nachdrückliche Stimme des Vaters im Himmel.

"Wer meinen Plan ausführt, muss also allem entsagen, was er hier oben, bei mir, genießt. Seine unausschöpflichen Kräfte, seine würdige Stellung, ja sogar sein unaufhörliches Glücksgefühl wird ihm dabei verloren gehen!"

Mittlerweile war auch der letzte erhobene Finger gesunken und man sah den Himmelsbewohnern eine nicht geringe Besorgnis an. Denn sie wussten nur zu gut, dass die Worte ihres Gottes einen großen Ernst enthielten. Hier wurde etwas enorm Schweres abverlangt. Dies sollte gewiss kein "leichtes Spiel" werden!

Es vergingen einige Minuten und unter der Engelswelt wurde es unruhig und hier und da wurden Fragen laut: "Ja, wer kann das erfüllen? Wer von uns ist dazu fähig, alles Himmlische für ein beängstigendes Dasein, in der sichtbaren Menschenwelt, einzutauschen? Ja, wie kann man, ohne die uns gewohnten, wunderbaren, himmlischen Fähigkeiten so etwas vollbringen?"

Nun trat der Liebling des Himmels vor Seinen Vater. Mit entschlossener Freudigkeit erwiderte er: "Vater, sende mich! Ich will das tun!"

Ganz unverhohlen konnten alle Augen ein Lächeln auf dem Antlitz des Vaters erkennen. Doch dieses Lächeln wich sehr schnell, als Er Seinem Sohn mit ernster Stimme erwiderte: "Aber das ist noch nicht alles, es wird nicht ausreichen, dass du den Himmel verlassen musst, um in einem Stall geboren zu werden, du wirst auch für die Menschheit leiden müssen."

Auch auf Jesu Gesicht wurde nun eine Veränderung sichtbar. Seine freudige Begeisterung wollte sich trüben. Konnte Er begreifen, was Leiden beinhaltete, was es für Ihn bedeuten würde? Trotzdem blieb Er dabei und wiederholte seinen Entschluss: "Vater, sende mich! Ich will das tun!"

Anstatt, dass das gesamte Himmelspublikum nun anfing zu jubeln, entstand ein betretenes Schweigen, welches die Spannung jenes Augenblicks noch vermehrte. Ohne es auszusprechen, kam die Frage in den Gedanken auf: "Ja, konnte der Favorit des Himmels es wirklich schaffen?"

Mit noch mehr Ernst wurde die Stille von den erneuten Worten Gottes erschüttert: "Mein lieber Sohn, das alles ist aber nicht das Schlimmste. Das wirklich Schwerste kommt noch! Du wirst eine kurze Zeit die Last der Sünde der ganzen Menschheit auf dich nehmen müssen. Du musst etwas tragen, was für einen Menschen unerträglich ist. Und genau in diesem Moment muss ich dich ganz alleine lassen. Denn dabei wird eine Trennung zwischen dir und mir entstehen!"

Als Gottes Sohn diese Worte hörte, hielt er den Atem an. "Wie sollte das zugehen?" Noch nie zuvor war der himmlische Jesus vom Vater getrennt, die Gemeinschaft mit IHM war doch der Sinn, der Inhalt, das eigentliche Glück Seines bisherigen Lebens. Ja, der Vater selbst war Ihm lieber als alles, selbst als der Himmel mit all seinen wunderbaren Möglichkeiten! Wie konnte Er also auch nur eine Minute ohne Seine Gemeinschaft existieren?

Nach ein paar Minuten Regungslosigkeit kam erneut die bekannte Antwort mit noch größerer Entschlossenheit: "Vater bitte, sende mich! Ich will es tun!"

Gottvater kannte Seinen Liebling. Er wusste, dass Er es schaffen würde. Trotzdem fragte Er ihn noch ein letztes Mal:

"Mein lieber Sohn, ich bin mir nicht sicher, ob du wirklich verstehen kannst, was da auf dich zukommt? - Mit welch einer Kraft, denkst du, wirst du diese schwerste Aufgabe ausführen, gerade dann, wenn du ganz allein, von mir verlassen, an einem Kreuz leiden wirst?

Da sprudelte es unaufhaltsam über Jesu Lippen:

"Vater, das ist meine unhaltbare bedingungslose Liebe zu den Menschen, die Du selbst in mich hineingelegt hast. Ich kann gar nicht anders, ich muss die Schuld der Menschen auf mich nehmen, um sie von dem Bösen zu erlösen, damit auch sie Gemeinschaft mit Dir haben können, denn ich liebe sie doch so, so sehr!"

Quellenangabe:
*1 "Wie entstand Weihnachten?" von Matthias Mägde - 

http://www-weihnachten.de/weihnachtsgeschichten/christliche-weihnachtsgeschichte.htm